
Manchmal entstehen aus einem Projekt Entwicklungen, mit denen man zunächst gar nicht rechnet. So geschehen Anfang Juli 2026, als ich einen Anruf von Robert, einem Redakteur der Zeitschrift Oldtimer Praxis, erhielt. Er war auf meiner Homepage auf die Restauration meiner Bimota HB3 aufmerksam geworden und wollte gerne einen Artikel darüber veröffentlichen. Der Ausgangszustand der Maschine und das Ergebnis der Restauration seien bemerkenswert. Gleichzeitig fasziniere ihn die Marke Bimota – und die HB3 sei mit lediglich 101 produzierten Exemplaren ohnehin eine ausgesprochen seltene Maschine.
Natürlich habe ich sofort zugestimmt. Dass meine Restauration die Aufmerksamkeit und das Interesse eines renommierten Fachmagazins geweckt hatte, hat mich sehr gefreut. Schließlich bietet sich damit die Möglichkeit, die HB3 einem größeren Publikum zu präsentieren und vielleicht auch einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass die klassischen Bimota Modelle nicht in Vergessenheit geraten.
Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht sicher, ob tatsächlich ein Artikel entstehen würde. Zunächst hatte lediglich der Redakteur Interesse an der Geschichte. Er wollte bei seiner Redaktion für einen Beitrag über die HB3 werben – eine Zusage konnte er mir verständlicherweise noch nicht geben.
Dann hieß es warten. Über vier Wochen passierte nichts. Ende Juli kam schließlich die erhoffte Nachricht: Die Chefredaktion hatte den Artikel freigegeben. Großartig! Nun war es tatsächlich soweit. Ich würde meine HB3 in der Zeitschrift präsentieren können.
Anfang August fand zunächst das Interview mit dem Redakteur statt. Dabei ging es natürlich nicht nur um die technische Seite der Restauration, sondern auch um die Geschichte der HB3, den Ausgangszustand, die einzelnen Schritte der Restaurierung und die Beweggründe hinter dem gesamten Projekt.

Doch für einen Artikel über ein solches Motorrad braucht es natürlich vor allem eines: tolle Bilder. Dazu schickte die Redaktion eine Woche später Stephan und Michael zum großen Fototermin. Stephan übernahm als Fotograf die Aufnahmen, während Michael ihn bei der Beleuchtung unterstützte und bei den Fahraufnahmen das vorausfahrende Auto steuerte.
Insgesamt waren wir rund dreieinhalb Stunden unterwegs. Wir begannen mit den Fahraufnahmen. Dabei saß Stephan im Kofferraum des vorausfahrenden Fahrzeugs und fotografierte aus verschiedenen Perspektiven. Ich fuhr mit knappem Abstand und um etwa 45 Grad versetzt hinter dem Auto. Für diese Aufnahmen kamen überwiegend Weitwinkelobjektive und eine sehr niedrige Kameraposition zum Einsatz.
Anschließend wechselten wir auf eine größere Brennweite. Bei Vorbeifahrten entstanden sogenannte „Mitzieher“, d.h. mitführende Aufnahmen, bei denen die Kamera das Motorrad während der Fahrt verfolgt und der Hintergrund entsprechend verschwimmt. Danach folgten Aufnahmen bei Kurvenfahrt. Stephan positionierte sich dafür am Straßenrand und konnte mich und die HB3 aus unterschiedlichen Perspektiven bei der Fahrt durch die Kurven aufnehmen.
Zum Abschluss der Fahraufnahmen ging es noch einmal mit dem vorausfahrenden Fahrzeug los. Diesmal führte die Strecke durch den Wald. Ich fuhr direkt hinter dem Fahrzeug, sodass durch die große Brennweite der Hintergrund stark verschwamm und das Motorrad besonders plastisch zur Geltung kam.

Nach den Fahraufnahmen folgten die Standaufnahmen. Die HB3 wurde im Freien aus verschiedenen Perspektiven fotografiert, wiederum mit großer Brennweite. Zusätzlich sorgte eine gezielte Ausleuchtung dafür, dass die Formen, Farben und Details des Motorrades optimal zur Geltung kamen.
Nun fehlte noch das besondere „Aufmacherfoto“. Dazu fuhren wir zur Weserfähre Großenwieden. Dort entstanden die Bilder, die später im Artikel als Blickfang dienen und in diesem Fall den Restaurator mit seinem Motorrad vor einem außergewöhnlichen Hintergrund zeigen.
Damit war der Fototermin aber noch nicht beendet. Für die abschließenden Detailaufnahmen wurden Monocoque und Tank demontiert. Dadurch entstand ein freier Blick auf Rahmen und Motor – genau die Details, die bei einem Motorrad wie der HB3 besonders interessant sind und die bei einer normalen Aufnahme verborgen bleiben.
Das Ergebnis dieses Tages kann sich sehen lassen: Insgesamt entstand eine vierstellige Anzahl an Fotos. Aus dieser riesigen Auswahl wird Stephan rund 60 Bilder für die Redaktion auswählen, aus denen schließlich die Bildauswahl für den Artikel entsteht.
Wenige Tage später schickte mir der Redakteur bereits den fertigen Artikel, den wir gemeinsam besprachen und noch einige Änderungen und Ergänzungen am Text vornahmen. Damit war die Geschichte der HB3 für die Redaktion im Wesentlichen abgeschlossen. Nun heißt es wieder warten – diesmal allerdings mit großer Vorfreude. Der Artikel über meine Bimota HB3 erscheint in der Ausgabe 10 der „Oldtimer Praxis“ am 10. September 2026.
Für mich ist das ein ganz besonderer Abschluss der Restaurationsgeschichte. Aus einer stark restaurierungsbedürftigen und seltenen Bimota ist nicht nur wieder ein fahrbereites Motorrad geworden. Die HB3 bekommt nun auch die Gelegenheit, ihre Geschichte einem größeren Kreis von Liebhabern klassischer Motorräder zu erzählen. Und vielleicht trägt dieser Artikel ein kleines Stück dazu bei, dass die faszinierende Welt der klassischen Bimotas auch weiterhin lebendig bleibt.

